Das sind wir

Christina Lienesch
Inhaberin, Bestatterin, Zuhörerin
Happy
Seelentröster, Schmusebär, Therapiehund
Lotte
Trostspenderin, Kuschelmaus, Therapiehündin

Wer weiß, wofür es gut ist…

Im Februar 2013 starb meine Mutter mit gerade einmal 61 Jahren. Ich war Anfang 30 und plötzlich fehlte ein ganz wichtiger Mensch in meinem Leben – die Mutter, Freundin, Zuhörerin, Ratgeberin.

Schon seit meiner Jugend hatte mich das Thema Tod interessiert, ich hatte viele Bücher gelesen und Reportagen gesehen. Im Rahmen meines Grafikdesign-Studiums hatte ich sogar das Glück, zur Recherche für ein Projekt an einer Obduktion teilnehmen zu können.

Und so war die Zeit nach dem Tod meiner Mutter eine Mischung aus Traurigkeit aber auch ein wenig Neugier auf das, was nun passiert. Der Bestatter damals beantwortete uns alle unsere Fragen und war für uns da. Mein Interesse war geweckt und der Grundstein für die Bestattungsbranche gesetzt.


Neuanfang im hohen Norden

Die Liebe hat mich Ende 2017 schließlich in den wunderschönen Norden geholt. Ich nutzte die Gelegenheit und wechselte nicht nur meinen Lebensmittelpunkt, sondern auch meinen Job und wurde Bestatterin, lernte alles von der Pike auf.

Im Sommer 2020 starb nach kurzer schwerer Krankheit dann mein Vater. Und wieder waren meine Schwester und ich nicht so wirklich darauf vorbereitet. Von einem Tag auf den anderen waren wir plötzlich erwachsen. „Egal, wie alt ihr seid, Ihr werdet immer meine Kinder bleiben“, hatte unser Vater immer gesagt. Damals wollten wir das nicht hören, als junge Erwachsene. Wir waren doch keine Kinder mehr! Heute würde ich mir wünschen, diesen Satz jeden Tag von meinem Vater zu hören.

Nachdem wir ein Jahr lang mit der Abwicklung seines Nachlasses beschäftigt waren, starb kurz darauf unsere Großtante mit fast 104 Jahren. Es mag bei so einem hohen Alter merkwürdig klingen, aber ihr Tod kam überraschend. Sie war noch so fit und lebensfroh, machte jeden Spökes mit und war immer für uns da.


Alles, was in unserem Leben passiert, ist eine Chance

Drei sehr wichtige Menschen in meinem Leben sind gestorben und ich habe den Tod, die Trauer und die Zeit danach aus verschiedenen Perspektiven kennengelernt. Eine Erfahrung, die mich meinen Beruf als Bestatterin noch besser verstehen lässt und mir auch gezeigt hat, welche Verantwortung ich mit meinem Handeln habe und wie wichtig jeder einzelne Abschied ist.

Nun fragen Sie sich sicherlich, warum ich Ihnen das alles erzähle und was das mit meinem anfangs geschriebenen „Wer weiß, wofür es gut ist“ zu tun hat.

Der Tod dieser drei lieben und so wichtigen Menschen in meinem Leben hatte nichts „Gutes“, aber ohne sie wäre ich weder Bestatterin geworden, noch hätte ich den Entschluss getroffen, mich als Bestatterin selbständig zu machen. Und so hat ihr Tod dazu beigetragen, dass ich beruflich angekommen und glücklich bin. Und das ist etwas Gutes.